Lockern und Mischen

Der Grubber ist das älteste Bodenbearbeitungsgerät. Neben der Saatbettbereitung wird er unter anderem zur Einarbeitung von Ernterückständen und Düngern sowie zur mechanischen Unkrautbekämpfung eingesetzt.

Trotz neuer Bodenbearbeitungsgeräte wie Kurzscheibenegge und Federzahnegge behauptet sich der Grubber als meistverkauftes Bodenbearbeitungsgerät. Seitens der Technik hat sich aber auch hier in den letzten Jahren einiges getan: Während in den 80ern bis Mitte der 90er Jahre vorwiegend mehrbalkige Grubber mit Doppelherzscharen verkauft wurden, ging der Trend von dort an zu zweibalkigen Kombinationen mit Flügelscharen und Nachläufern. Jedoch mussten viele Betriebe feststellen, dass diese Bauart in der Bodenbearbeitung, gerade im pfluglosen Ackerbau in Verbindung mit Strohrücklieferung, dazu neigt, die Ernterückstände in Streifen abzulegen (Streifeneffekt) und keine gleichmäßige Einmischung in den Bearbeitungshorizont erfolgt. Daher geht die Entwicklung momentan klar wieder zu mehrbalkigen Systemen. Die größte Bedeutung haben dabei dreibalkige Grubber. Auch wenn der Trend klar erkennbar ist, ergeben sich für die Praktiker bei Kauf einer Maschine viele Fragen.


Welche Schare verwenden?

Hier kommt es klar darauf an, für welche Einsatzzwecke die Maschine gekauft wird. Für die flache Stoppelbearbeitung kommen unabhängig von der Bodenart Flügelschare zum Einsatz. Hier ist trotz flacher Einstellung eine ganzflächige Bearbeitung möglich. Wird der Grubber neben der Stoppelbearbeitung auch für die tiefe Grundbodenbearbeitung als saatvorbereitende Maßnahme bzw. zur Tiefenlockerung (Bearbeitungstiefe 15 bis 25 cm) eingesetzt, kommen schnell schmale Meißelschare zum Einsatz. Soll der Grubber sowohl für flache als auch tiefe Bodenbearbeitung eingesetzt werden, ist mit Abstand weniger Ausnahmen eine Steinsicherung zu empfehlen. Auch bei der tiefen Bodenbearbeitung mit schmalen Scharen ist eine ganzflächige Bearbeitung erwünscht. Hier gilt: Strichabstand geteilt durch die Anzahl der Balken ergibt die Mindestbearbeitungstiefe.

Um den Anforderungen aus der Praxis gerecht zu werden, bieten mittlerweile viele Hersteller Grubber an, die sowohl für die flache als auch die tiefe Bodenbearbeitung geeignet sind. (…)


Angebaut oder gezogen?

Bei dieser Frage sind die Hubkraft und die Zugkraftübertragung des Schleppers bzw. der Raupe entscheidend. Des Weiteren ist die Belastung der Hinterachse, die sich aus dem tatsächlichen Gewicht des Anbaugerätes ergibt, zu beachten, weil hier vor allem am Vorgewende Bodenschadverdichtungen auftreten. Dieser Effekt wird beim Arbeiten im Beetverfahren durch mehrmalige Überfahrt der gleichen Spur verstärkt. Hingegen ist bei den gezogenen Geräten auf eine optimale Zugkraftübertragung zu achten, weil hier eine Entlastung des Hinterradgewichtes auftritt. Eine optimale Ballastierung des Schleppers mit Front- und Radgewichten ist wichtig. (…) Neben der Ballastierung ist für eine optimale Zugkraftübertragung auch der Luftdruck in den Reifen und das Motormanagement entscheidend. Wie diese Faktoren ineinander greifen wurde an der Landmaschinenschule Triesdorf im Rahmen einer überbetrieblichen Schulung beim Ausbildungsgang Fachkraft Agrarservice zusammen mit der Firma CLAAS untersucht. Neben der Technik spielt die Effizienz eine zunehmende Rolle.


Intensität der Bodenbearbeitung

Reicht eine flache Bearbeitung in Verbindung mit anderen Bodenbearbeitungsgeräten wie zum Beispiel Pflug oder Scheibenegge aus? Setzte ich ausschließlich auf den Grubber zur flachen, aber auch dann anschließend tiefen Bearbeitung zur Lockerung der Krume? (…) Die Intensität der Bearbeitung wird aus heutiger Sicht eher nach oben gefahren. Dafür gibt es verschiedenste Gründe: Höheres Agrarpreisniveau, Verzicht auf wendende Bodenbearbeitung, Bekämpfung von Ausfallgetreide als Wirtspflanzen zur Übertragung von Krankheiten, zunehmende Ausbringung von Wirtschaftsdüngern (Einarbeitungspflicht) und Herbizidresistenzen. In der Praxis werden zwischen Ernte der Vorfrucht und Aussaat in der Regel drei Bearbeitungsgänge durchgeführt: flache, ganzflächige Stoppelbearbeitung auf drei bis vier Zentimeter zum Auflauf des Ausfallgetreides, anschließend zur Beseitigung des Aufwuchses ein Arbeitsgang bei zirka zehn Zentimeter und je nach Witterung zur Saatvorbereitung ein tiefer Bearbeitungsschritt auf 20 bis 25 cm Tiefe.

(…)

Fazit: Grubber können sehr vielseitig eingesetzt werden. Deshalb betreiben die Hersteller intensive Entwicklungsarbeit. Bei Neuheiten wie der Streifenbearbeitung ist die Flexibilität für den Einsatz in allen Kulturen noch nicht gegeben. Im Bereich Aussaat von Getreide und Raps besteht noch Forschungsbedarf.

 

(Den gesamten Artikel finden Sie in der Bauernzeitung, 46. Ausgabe vom 14.11.2014)

(Text: Markus Heinz, landwirtschaftliche Lehranstalten Triesdorf)

Grubber TAURUS