Aus der Märzausgabe der AGRARTECHNIK:

Alles unter einem Dach

Regionensieger Ost Familienbetrieb beim AGRARTECHNIK Service Award - Als Familienbetrieb zeichnet
die AGRARTECHNIK kleine familien- und inhabergeführte Landtechnikbetriebe aus, die sich besonders
von den Wettbewerbern abheben. Zu diesen Unternehmen zählt die BAUWESTA und Landmaschinen
GmbH. Geschäftsführer Gunter Schütt hat uns den modernen Fachbetrieb vorgestellt.

Wenn man den Eingangsbereich der BAUWESTA und Landmaschinen GmbH betritt, wähnt man sich überall anders, aber nicht in einem Landmaschinenbetrieb. Denn nicht wie sonst oft üblich ist der 130 Quadratmeter große Verkaufsraum nicht mit zahlreichen Produkten vollgestopft, sondern macht einen hellen und sehr aufgeräumten Eindruck. Was aber noch auffallender ist, sind die frei stehenden Schreibtische im hinteren Bereich des Raumes. Hier sitzen, wie man es sonst vielleicht von Banken oder Versicherungen kennt, die zuständigen Sachbearbeiter für den Ersatzteilverkauf, die Auftragsannahme und die Werkstattmeister. An jedem Arbeitsplatz steht außerdem den Besuchern ein Sitzplatz zur Verfügung, so dass in angenehmer Atmosphäre die Ersatzteilbestellung oder die gewünschten Reparaturarbeiten durchgesprochen werden können. Sollte es für die Kunden doch einmal zu Wartezeiten kommen, so können diese in einer Sitzecke Platz nehmen oder ausgewählte Produkte, Aktionsangebote und Prospekte betrachten. „Der Neubau wurde 2012 errichtet“, erklärt Gunter Schütt. Er ist zusammen mit Horst Plokarz Geschäftsführer der 1991 gegründeten BAUWESTA und Landmaschinen GmbH. „Der Firmenname stand ursprünglich für Baumaschinenhandel, Werkzeughandel, Stahlbau und den Bereich Landtechnik,“ sagt Gunter Schütt. „Geblieben sind die Bereiche Metallbau, wo auch Bodenbearbeitungsgeräte unter dem Markennamen Bodenprofi gefertigt werden und die Landtechniksparte.“ Der Standort am Ortsrand von Stralendorf, kurz vor den Toren Schwerins, liegt unmittelbar neben der BAUWESTA Metallbau GmbH. So ergeben sich Synergieeffekte, speziell wenn es um Metallarbeiten oder Maschinenvorführungen geht. Ansonsten agieren beide Unternehmensteile eigenständig. „Der Neubau wurde nötig, da unser alter Standort einfach nicht mehr den Bedürfnissen eines modernen Landtechnik-Fachbetriebes entsprach und eine Modernisierung mit Kompromissen verbunden gewesen wäre. Jetzt nutzen wir den alten Betrieb noch als Unterstellmöglichkeit für Gebrauchtmaschinen, schließlich haben wir dort eine Halle mit 1 200 Quadratmetern“, erklärt Gunter Schütt. Es sei aber bereits der Bau einer Maschinenhalle am neuen Standort in Planung.

Geräumiger Neubau

Das neue Hauptgebäude hat eine Länge von 70 Metern und ist 23 beziehungsweise mit den Büroräumen sogar 32 Meter breit. Diese Büroräume schmiegen sich L-förmig um das Ersatzteillager. Das Lager nimmt verhältnismäßig viel Raum ein. Für das Be- und Entladen von Fahrzeugen kann durch ein großes Tor direkt ins Lager gefahren werden. Das ist besonders bei schlechtem Wetter angenehm. Im Ersatzteillager sind drei Mitarbeiter beschäftigt. „Vor kurzem wurde die Umstellung auf eine Teileerfassung mittels Barcode fertiggestellt“, sagt Gunter Schütt. „Alle neuen Wareneingänge werden bereits einige Zeit vorher mit den entsprechenden Aufklebern versehen.“ Da sich das Lager bisher nur auf einer Ebene befindet, bleibt noch genügend Platz nach oben und zwar im wahrsten Sinn des Wortes, denn die große Halle würde auch ein mehrstöckiges Regalsystem zulassen. Die Monteure kommen von der Werkstatt aus direkt ins Lager, werden dort an einer langen Theke empfangen und bekommen die benötigten Teile ausgehändigt. Mit rund 50 Prozent ist der Umsatzanteil der durch die Werkstatt verbauten Teile relativ hoch. Die Kunden kommen zur Ersatzteilbestellung oder Abholung im Eingangsbereich an einen der Schreibtische. Als Erleichterung steht dort auch ein Handwagen bereit, mit dem schwere Teile oder größere Mengen zum Auto gefahren werden können. Kunden sind vor allem Agrargenossenschaften und Privatbetriebe. „Die Anteile sind hier in etwa gleich verteilt“, erklärt der Geschäftsführer. „In der Regel haben die privaten Unternehmer zwar geringere Betriebsgrößen, so in etwa zwischen 200 und 400 Hektar. Aber es gibt auch Ausnahmen mit bis zu 7 000 Hektar in privater Bewirtschaftung. Meist handelt es sich in der Region um Mischbetriebe mit Ackerbau und Milchvieh. Ein wichtiges Klientel sind die Lohnunternehmen. Auch wenn Gunter Schütt die Erfahrung gemacht hat, dass diese immer anspruchsvoller werden und der Traktorenverkauf an diese nicht leicht ist. Deshalb gilt es besonders bei diesen Kunden mit dem Service und der ständigen Erreichbarkeit zu punkten. Einen besonderen Service bietet das Unternehmen an, indem es Verschleißteile auf Kommission zur Verfügung stellt. Die  Kunden bekommen vor der Ernte die wichtigsten Verschleißteile für ihre Maschinen zusammengestellt und können diese bei Nichtgebrauch nach der Erntesaison wieder zurückgeben. „Um bereits frühzeitig die Ersatzteilbevorratung planen zu können, preisen wir unseren Kunden die Frühkaufsaktionen mit interessanten Rabatten, speziell für die Maschinen von Claas oder die Bodenbearbeitung an“, verrät der Geschäftsführer.

Erfolgreich mit Claas

In der 700 Quadratmeter großen Werkstatt sind zusammen mit den zwei Meistern acht Monteure und zusätzlich zwei Auszubildende beschäftigt. Zur Arbeitserleichterung stehen zum Beispiel ein Acht-Tonnen-Deckenkran, ein Gabelstapler mit acht Tonnen Hubkraft und zwei verschieden lange Montagegruben mit der Möglichkeit Maschinen hydraulisch anzuheben, zur Verfügung. Für die Maschinenreinigung gibt es einen Waschplatz im Freien. Das Wasser dafür wird in einer eigenen, 30 Kubikmeter fassenden Zisterne gesammelt. Ein Schwerpunkt des Betriebes liegt ganz klar auf den Produkten von Claas, die seit 1994 im Programm sind. Besonders Mähdrescher und Häcksler sind wichtige Maschinen. „Bei Mähdreschern haben wir einen Marktanteil zwischen 50 und 60 Prozent“, sagt Gunter Schütt. Auch mit den Marktanteilen bei Traktoren ist er zufrieden, denn mit 15 bis 20 Prozent liegt der Betrieb klar über dem deutschen Durchschnitt von Claas. Neben dem Service, den die Werkstatt bietet, steuern natürlich auch die drei Verkäufer einen großen Teil dazu bei. Um diese immer auf dem neuesten technischen Stand zu halten, investiert das Unternehmen viel in Schulungen. Rund zwölf Tage kommen so pro Verkäufer und Jahr zusammen.

Viel unterwegs

Viele der Montagearbeiten werden im mobilen Einsatz erledigt. „Rund 50 bis 60 Prozent sind es“, schätzt der Geschäftsführer. Um den Radius von etwa 50 Kilometern abzudecken, hat jeder Monteur ein eigenes, komplett mit Werkzeug ausgestattetes Fahrzeug und außerdem einen Laptop mit der benötigten Software. „Das Thema Telemetrie ist bei unseren Kunden noch nicht so angekommen, wird aber in Zukunft sicher eine wichtige Rolle spielen, wenn es darum geht Fehlercodes und Betriebszustände der Maschinen aus der Ferne abzulesen“, ist Gunter Schütt überzeugt. „Bei unseren eigenen Maschinen haben wir diese Systeme bereits im Einsatz und können so mit unserem umfangreichen Mietmaschinenpark Erfahrungen sammeln.“ Die moderne Kommunikation hat ohnehin einen hohen Stellenwert erreicht. Das gilt besonders für die Gebrauchtmaschinenvermarktung, die zunehmend über das Internet abläuft. Trotzdem wird auch der intensive Kontakt zu Gebrauchtmaschinenhändlern gepflegt. „Auch unser Internetauftritt findet immer mehr Freunde, was wir an den Zugriffszahlen erkennen“, sagt Gunter Schütt. Besonders bei der jüngeren Generation ist der Facebookauftritt von BAUWESTA und Landmaschinen beliebt.

 

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Außerdem können Sie sich hier auf der Seite der AGRARTECHNIK unser kurzes Video anschauen, welches von den Verantwortlichen der AGRARTECHNIK während der Bewerbungszeit gemacht wurde.

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